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Das war inklusiv!

Zum zehnten Jahrestag der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)  in Deutschland hat das Sozialkontor in Kooperation mit der Volkshochschule gestern zu einer Podiumsdiskussion mit der Frage „Alle inklusive?“ eingeladen.

Die Aula des VHS Zentrum Ost füllte sich schnell. Menschen aus dem Stadtteil, Menschen mit und ohne Einschränkungen, zeigten großes Interesse an der Gesprächsrunde, die Christian Lührs vom Inklusionsbeirat Wandsbek moderierte.

Prof. Dr. Dieter Röh von der HAW eröffnete das Podium mit einem kurzen theoretischen Abriss: „Dieses Menschenrechtsdokument fordert den Gesetzgeber auf, alle Gesetze im Sinne der UN-BRK zu prüfen. Aus meiner Sicht ist die Konvention ein Meilenstein, der das Bewusstsein verändert hat“.

Barbara Reindl von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft bestätigte dies:„ Die UN-BRK gibt mir eine andere Haltung. Ich kann mich auf etwas beziehen“. Auch Sandra Ullrich-Rahner, Leitung Entwicklung im Sozialkontor, bewertet die Konvention als „extrem wichtige Grundlage. Meine Wahrnehmung ist, dass die Menschen durch die UN-BRK mehr Mut bekommen haben. Peter Pape, Mitglied der Bezirksversammlung Wandsbek, erinnert sich noch gut an die 80iger Jahre, als Eltern keine Sonderschulen mehr wollten für ihre Kinder mit Behinderung. Im Rückblick hat sich viel getan und er ist sichtlich stolz auf den Wandsbeker Inklusionsbeirat, der viel bewegt. Anke Korsch vom Landesverband Psychiatrie-Erfahrener weist aber auf Lücken in der UN-BRK hin, die Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht erfassen. Und auch die Gesellschaft ist aus ihrer Sicht noch lange nicht soweit: „Wir haben psychische Barrieren, sind aber nicht doof“.

Nachdem alle Podiumsteilnehmer*innen ihre Haltung zur UN-BRK erläutert hatten, wurden Themen wie Mobilität, Inklusion an Schulen, leichte Sprache und die Erwerbsunfähigkeitsrente sehr lebhaft und rege diskutiert. An diesem Abend wurde deutlich, wie immens wichtig die UN-BRK ist, aber es gibt noch viel zu tun. „Es fehlen nicht nur weitere personelle und finanzielle Ressourcen, es geht auch um das Steuer bzw. Nachsteuern“, so Prof. Röh, „Der Landesaktionsplan zum Beispiel müsste besser nachverfolgt werden.Technische Möglichkeiten könnten besser ausgeschöpft werden und wir alle sind immer wieder aufgefordert, unser Bewusstsein zu erweitern“. Viele gute Denkanstöße gab es an diesem Abend und die anwesenden Politiker*innen Peter Pape und Regina Jäck versprachen, die Themen des Abends aufzugreifen.

Das Podium aus Interessenvertreter*innen, Hochschule, Politik und Träger bezieht Stellung
Prof. Dr. Röh von der HAW sieht in der UN-BRK einen Meilenstein

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