CSD: Mehr Inklusion und neue Wege

Hamburger CSD so inklusiv wie nie zuvor – und erstmals mit neuer Route. Sicherheit, Teilhabe und Vielfalt stehen dabei im Mittelpunkt.

„Wir sind hier, um zu bleiben. Queere Menschen schützen“ – unter diesem Motto setzt der diesjährige Christopher Street Day (CSD) am 2. August 2025 in Hamburg ein starkes Zeichen gegen Diskriminierung. Die Kampagne von Hamburg Pride 2025 stellt sichtbar ins Zentrum, dass queere Menschen keine abstrakte Gruppe sind, sondern Individuen mit Anspruch auf Würde, Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe.

„Vielfalt ist keine Option, sondern ein Grundprinzip unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens – und ein wichtiger Teil unserer Unternehmenskultur. Als Anbieter von Dienstleistungen für Menschen mit Beeinträchtigungen mit Hauptsitz im Herzen von St. Georg erleben wir täglich, wie wertvoll unterschiedliche Lebensentwürfe und Identitäten sind – und wie wichtig es ist, sie zu schützen, sichtbar zu machen und zu feiern“, sagt Sozialkontor-Geschäftsführer Kay Nernheim.

Mit zahlreichen neuen Maßnahmen schafft Hamburg Pride 2025 bei den Aktionen in diesem Jahr mehr Raum für Inklusion und barrierearme Teilhabe. Neben bewährten Angeboten wie dem Inklusionstruck gibt es gleich mehrere Premieren. Auch die Route der Demo wurde grundlegend verändert – mit klarem Fokus auf Sicherheit und mehr Sichtbarkeit.

Awareness-Zelt: Rückzugsort mitten im Trubel

Neu in diesem Jahr: Am Straßenfest (1. bis 3. August) steht ein Awareness-Zelt als ruhiger Ankerpunkt zur Verfügung – gleich neben dem Sanitätsbereich an der Reesendamm-Brücke. Wer sich eine Pause von der Lautstärke, den Menschenmengen oder der visuellen Reizflut wünscht, findet hier einen geschützten Ort. Betreut wird das Zelt durch geschultes Personal, das auch bei Überforderungen oder Vorfällen ansprechbar ist.

Inklusives CSD-Radio: CSD zum Hören

Erstmals wird es eine Live-Audiodeskription des CSD für blinde und sehbehinderte Menschen geben. Zwei Reporter des AWO-Projekts T_OHR kommentieren die Parade direkt vom Novotel an der Lübecker Straße aus. Dort befindet sich auch ein kleiner, geschützter Zuhörbereich – mit 5G-Hotspot für stabile Verbindung und einer Ansprechperson vor Ort. Das inklusive Audio-Angebot startet am 2. August um 11:45 Uhr auf der Website von Hamburg Pride.

Damit wird ein Teil des CSD zugänglich, der bisher vor allem visuell erlebbar war. Die Live-Beschreibung der Demo ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Teilhabe für Menschen mit Sehbeeinträchtigung – und eine echte Premiere in Hamburg.

Neue Route: Mehr Raum für Sichtbarkeit und Sicherheit

Ein zentrales Novum in diesem Jahr ist die geänderte Demoroute. Die Aufstellung beginnt diesmal in der Lübecker Straße (zwischen Mühlendamm und Wartenau). Von dort zieht die Parade über den Steindamm, den Kreuzweg, die Adenauerallee, den Steintorwall, die Steinstraße, die Bergstraße und die Mönckebergstraße zur Lombardsbrücke, wo sie endet.

Die Lange Reihe war über viele Jahre das Herzstück des CSD in Hamburg – bunt, eng, und laut. Doch zuletzt drängten sich dort Zehntausende Menschen. Die Sicherheit von Teilnehmenden und Publikum war kaum noch gewährleistet, Ordner*innen konnten Abstände nicht einhalten, Sanitäter*innen hatten kaum Zugang, blockierte Trucks konnten nicht überholt werden. Gemeinsam mit den Behörden entschieden die Veranstalter*innen deshalb: Diese Route ist nicht mehr tragbar.

Mit der neuen Strecke erhält die Demo mehr Platz – und erschließt gleichzeitig neue Straßen, in denen queere Sichtbarkeit bislang kaum präsent war.

Familien willkommen: Die neue Family Area

Ganz neu in diesem Jahr: eine Family Area auf dem Straßenfest. Am Reesendamm – am äußeren Ende des Rathausmarktes – gibt es von Freitag bis Sonntag jeweils von 12 bis 18 Uhr ein geschütztes Areal mit Hüpfburg, Kicker, Spielmatten und Fahrzeugen.

Auch an Eltern mit kleinen Kindern ist gedacht: Ein Zelt mit Wickel- und Stillmöglichkeiten sowie Sitzgelegenheiten bietet Rückzug und Komfort mitten im bunten Trubel. Ein inklusives Fest bedeutet eben auch, dass sich Familien mit Kindern willkommen fühlen können.

Inklusionstruck und roter Doppeldecker

Auch 2025 fährt wieder der Inklusionstruck mit: 14 Rollstuhlnutzer*innen und ihre Begleitungen können hier komfortabel und barrierearm an der Demo teilnehmen. Eine Hebebühne erleichtert den Einstieg, eine rollstuhlgerechte Toilette ist an Bord.

Für mobil eingeschränkte oder ältere Menschen stellt das Unternehmen „Die Roten Doppeldecker“ wieder einen Bus zur Verfügung – kostenfrei, aber nicht barrierefrei. Wer mitfahren möchte, kann sich bis zum 25. Juli unter mobibus@hamburg-pride.de anmelden.

Handicap-Tribüne und Gebärdensprache

Auch 2025 gibt es auf dem Rathausmarkt wieder eine Tribüne mit guter Sicht für Rollstuhlnutzer*innen und mobil eingeschränkte Personen. So bleibt das Bühnengeschehen für alle zugänglich – mit Betreuung vor Ort.

Gebärdensprachdolmetscher*innen begleiten zudem nicht nur die große Pride Night, sondern auch die politische Kundgebung von Hamburg Pride am 1. August um 19:45 Uhr sowie die Redebeiträge von LSVD+ und der Polizei Hamburg am 2. August um 17:30 Uhr.

Weitere Infos sind auf der Webseite von Hamburg Pride zu finden.

Fotos: AJ Photoart/Hamburg Pride e.V., Sozialkontor

Sozialkontor/kim, erstellt mit Unterstützung von KI