Schulischer Ganztag an sechs Förderschulen geht weiter

Rund 300 Schüler*innen werden auch im Schuljahr 2026/2027 nachmittags und in den Ferien betreut. Der neue Vertrag sichert das Angebot zunächst, verschärft aber die fachlichen, personellen und wirtschaftlichen Bedingungen.

Das Sozialkontor setzt die Schulische Ganztagsbetreuung an den Hamburger Förderschulen Weidemoor, Tegelweg, Markmannstraße, Lokstedter Damm, Hirtenweg und Kielkamp im Schuljahr 2026/2027 fort. Nach mehr als drei Jahren schwieriger Verhandlungen hat das gemeinnützige und tarifgebundene Unternehmen einen neuen Vertrag mit der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung geschlossen. Die endgültigen Bedingungen lagen erst kurz vor den Hamburger Sommerferien vor.

„Wir haben uns bewusst entschieden, die Betreuung im kommenden Schuljahr fortzuführen“, sagt Silke Offermann, Sprecherin der Geschäftsführung des Sozialkontors. „Kinder, Familien und Schulen brauchten schnell Klarheit. Nun müssen wir prüfen, ob wir das Angebot dauerhaft in der Qualität fortsetzen können, die für die Kinder notwendig ist und unserem fachlichen Standard entspricht.“

Das Sozialkontor hatte bis zuletzt gehofft, sich mit der Behörde auf die aus fachlicher und wirtschaftlicher Sicht notwendigen Konditionen zu einigen. Im neuen Vertrag entfallen jedoch die bisherigen Sondermittel für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Damit stehen weniger Mittel für die Begleitung der Kinder zur Verfügung, während die Anforderungen an die Mitarbeitenden steigen.

Als tarifgebundenes Unternehmen bezahlt das Sozialkontor seine Mitarbeitenden nach Tarif. Qualifizierte Fachkräfte und verlässliche Arbeitsbedingungen sind eine Voraussetzung für gute Betreuung. „Diese Standards wollen wir auch unter den veränderten Bedingungen sichern“, sagt Silke Offermann.

„Gute Ganztagsbetreuung bedeutet mehr als Aufsicht und Grundversorgung“, sagt Sarah Bartsch, Leiterin der Schulischen Ganztagsbetreuung im Sozialkontor. „Kinder brauchen vertraute Menschen, gemeinsame Erlebnisse und Raum, um sich zu entwickeln und ihren Alltag selbstbestimmt mitzugestalten. Auch daran messen wir die Qualität unseres Angebots.“

Die Betreuung an Förderschulen stellt hohe organisatorische Anforderungen. Anwesenheit, Pflegebedarf und Personaleinsatz unterscheiden sich während der Schulzeit und in den Ferien deutlich. Gerade in den Ferien steigt der Personalbedarf, weil viele Familien dann auch vormittags über mehrere Wochen auf eine verlässliche Betreuung angewiesen sind.

Auch die veränderten Bedingungen in der Schulbegleitung wirken sich auf den Ganztag aus. Dort sollen unter anderem vermehrt FSJ-Kräfte eingesetzt werden. Dadurch stehen voraussichtlich weniger Fachkräfte zur Verfügung, die die Kinder kennen und sie bisher auch beim Übergang in den Nachmittag sowie in den Ferien begleitet haben. Ihr Wissen über Kommunikation, Pflegebedarf und Reaktionen in belastenden Situationen ist eine wichtige Ressource.

Das Sozialkontor versteht den neuen Vertrag zunächst als Lösung für das Schuljahr 2026/2027. In den kommenden Monaten prüft das Unternehmen, wie sich die Bedingungen auf Kinder, Familien, Schulen und Mitarbeitende auswirken und ob sich das Angebot fachlich, personell und wirtschaftlich dauerhaft verantworten lässt.

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