Familie Seyfert hat drei Kinder im Alter von 13, elf und zehn Jahren. Der jüngste Sohn Gustav lebt mit dem Downsyndrom, er braucht Förderung und Unterstützung im Alltag. In der Schule kommt dafür zum Beispiel einen Tagesstrukturplan mit Bildern zum Einsatz, die Menschen in einem Stuhlkreis, eine Rutsche oder Obst zeigen. Damit kann er mit den pädagogischen Fachkräften über seine Wünsche und die geplanten Aktivitäten für den Tag sprechen.
Gustavs Eltern sind beide berufstätig. Möglich ist das nur, weil er neben dem Unterricht auch die Nachmittags- und Ferienbetreuung an der Förderschule Marckmannstraße besucht. „Wenn Gustav in den Hort geht haben wir die Gewissheit, dass er gut aufgehoben ist – und die Zeit, unseren Jobs nachzugehen und auch den beiden Geschwistern gerecht zu werden“, sagt Rebecca Seyfert.
Gustav ist eins von 313 Kindern, die aktuell für das Angebot der Schulischen Ganztagsbetreuung des Sozialkontors an sechs Hamburger Förderschulen im Schuljahr 2025/2026 angemeldet sind – Tendenz steigend. Familien, deren Kinder eine der 13 Förderschulen in Hamburg besuchen, haben seit 2015 einen Rechtsanspruch auf Hortbetreuung an den Nachmittagen und in den Ferien. Dabei setzen die Betreiber*innen auf qualifiziertes Personal und eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen. Doch mit der wachsenden Zahl der Förderschüler*innen, die am Nachmittag und in den Ferien den Hort besuchen, wird es immer schwieriger, alle Stellen zu besetzen.
„Personalknappheit macht sich auch bei uns drastisch bemerkbar. Denn so wichtig die pädagogische Arbeit ist, um die Entwicklung der Kinder mit besonderen Förderbedarfen zu unterstützen, sie ist auch fordernd“, betont Sarah Bartsch, Leitung des Geschäftsfelds Schulischer Ganztag im Sozialkontor. „Um auch weiterhin motivierte und qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen, müssen die Rahmenbedingungen stimmen – vor allem ein guter Betreuungsschlüssel und eine faire Bezahlung sowie attraktive Arbeitsverträge sind wichtig.“
Die sechs Hort-Standorte des Sozialkontors waren von Anfang an Teil des schulischen Ganztags in der Hansestadt. An fünf davon wurde und wird in diesem Jahr ausgelassen gefeiert: Der Hort der Schule Kielkamp wird elf Jahre alt, die Horte der Schulen Weidemoor, Marckmannstraße, Lokstedter Damm und Tegelweg dürfen zehn Jahre bejubeln.






